Kulturschaffende fallen aufgrund ihrer besonderen Arbeitsweise im Netz der sozialen Sicherheit und Vorsorge häufig durch die Maschen: AHV-Minimalrenten werden nur ausbezahlt, wenn Personen während 44 beziehungsweise 45 Jahren lückenlos ihre Beiträge bezahlt haben. Die Leistungen der IV sind entsprechend minimal und bei krankheits- oder unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit wird eine Freischaffende – ob selbständig oder unselbständig erwerbend – schnell zum Sozialfall, wenn sie nicht vorgesorgt hat. Zwar hat jeder Anspruch auf Ergänzungsleistungen und kann sich in Notlagen an öffentliche und private Hilfseinrichtungen wenden. Aber sein Alter am Existenzminimum zu fristen ist bitter und der Bittgang zu Hilfseinrichtungen wird oft als erniedrigend empfunden. Selbständig Erwerbende haben zudem keinerlei Anspruch auf eine Arbeitslosenentschädigung, was viele Kulturschaffende dazu zwingt, ihre kreative Tätigkeit an den Nagel zu hängen und einer geregelten Erwerbsarbeit nachzugehen.

Die Gesetzgebung für die soziale Sicherheit und Vorsorge in der Schweiz geht in vielen Punkten an den Bedürfnissen und Verhältnissen der Freischaffenden im Kulturbereich vorbei. Es gibt aber einige Möglichkeiten, sich abzusichern. Die Veranstaltung bietet einen Überblick.

Referent/innen :
Hans Läubli, Geschäftsleiter Suisseculture und Berater Suisseculture Sociale
Yolanda Schweri, Geschäftsführerin Charles Apothéloz Stiftung
Anne Papilloud, Co-Präsidentin der Stiftungen Artes & Comoedia und Comoedia, Generalsekretärin Syndicat suisse romande du spectacle

Die Referate werden simultan Deutsch-Französisch und Französisch-Deutsch übersetzt.

Anschliessend gibt es bei einem Aperitif Gelegenheit für bilaterale Gespräche.

Samstag, 16. April, 16.15 – 17.45 Uhr, Lachensaal Ost